Wir gratulieren:
Der "Ausschuß für die friedliche Nutzung des Weltraums" der Vereinten Nationen hat im Dezember 1999 seinen 40. Geburtstag!
Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln: Das US Space Command (US-Weltraumkommando) will wie öffentlich angekündigt den Weltraum (und damit auch die Erde) beherrschen. Die Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit der Saturnsonde Cassini (die zur Energieversorgung 32 kg Plutonioum-238 an Bord hat und im August dieses Jahres in nur 1000 km Entfernung an der Erde vorbeiraste) bewies, daß die US-Regierung bei Projekten im tiefen Weltraum auch weiterhin auf die Entwicklung und Nutzung von Kernenergie setzt - bei den militärischen wie den zivilen Programmen. Und es gibt einen engen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Kernenergie und der angestrebten Dominanz im Weltraum.
Das Global Network Against Weapons and Nuclear Power in Space ruft Gruppen und Einzelpersonen dazu auf, im Dezember beim UNCOPUOS (UN Committee on Peaceful Uses of Outer Space = Ausschuß für die friedliche Nutzung des Weltraums) oder beim OOSA (Office of Outer Space Affairs = Büro für Weltraumangelegenheiten) der Vereinten Nationen darauf zu drängen, daß der Weltraum ausschließlich für friedliche Zwecke genutzt und nicht für eine aggressive und auf Ressourcengewinnung ausgerichtete Politik mißbraucht wird.
Der UNCOPUOS wurde von der UN-Generalversammlung im Dezember 1959 eingerichtet, um "Art und Umfang der internationalen Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung des Weltraums zu überprüfen, ... die weitere Forschung und Verbreitung von Informationen über Weltraumthemen zu fördern und um juristische Fragen zu untersuchen, die sich aus der Erkundung des Weltraums ergeben. (s.a. Internet http://www.un.or.at/OOSA/copuos.html)
Nachfolgend zwei Beispiele für wichtige Probleme, mit denen sich der UNCOPUOS unbedingt befassen sollte:
Sämtliche sowjetischen bzw. russischen Kosmos-Satelliten mit Uranreaktoren, die die Erde umkreisen, werden innerhalb der nächsten 650 Jahre auf die Erde zurückfallen - und das sind mehr als zwei Dutzend! Die Halbwertzeit von Uran-235 beträgt 4,5 Milliarden Jahre. Viele interplanetarische Weltraummissionen fliegen irgendwann aus dem Sonnensystem heraus - und es ist nicht immer klar, wohin. Zeugt es etwa von Verantwortung, diese radioaktiven Kugeln zu einem unbekannten Ziel fliegen zu lassen? Was passiert eigentlich mit der Cassini-Sonde, wenn die Saturnmission abgeschlossen ist?
"Und was wird aus den 9,6 kg Plutonium, die die Sonde mit sich führt. Bei der NASA interessiert das niemanden. Ein Szenario geht davon aus, daß die Plutoniumbehälter sich durch das Eis schmelzen und im Ozean des Mondes versinken könnten.
Klar gesagt: Die Sonde Europa Orbiter soll Europa aus einer Umlaufbahn erforschen, um den Weg für künftige Robotermissionen zu ebnen, die auf dem Mond nach Spuren von Leben suchen sollen. Dabei wird aber gedankenlos das Plutonium in eben dem Ozean versenkt, in dem sich eventuell frühe Stadien von Leben entwickeln."
Wenden Sie sich in Englisch oder Deutsch per Fax, Brief oder e-mail an den UNCOPUOS:
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Office of Outer Space Affairs/OOSA |
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Gratulieren Sie dem UNCOPUOS zu seinem 40. Geburtstag und bitten Sie den Ausschuß dabei um folgendes:
"Diese Prinzipien sollen vom Ausschuß für die friedliche Nutzung des Weltraums spätestens zwei Jahre nach der Verabschiedung neu verhandelt werden."
Über eine Rückmeldung, daß Sie an der Gratulationsaktion teilgenommen haben, würden wir uns freuen!
Hintergrundinformationen
UNCOPUOS
(Ausschuß für die friedliche Nutzung des Weltraums der UN)
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"Office of Outer Space Affairs/OOSA |
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Der UNCOPUS wurde von der Generalversammlung 1959 eingerichtet (durch die Resolution 1472(XIV)), um Art und Umfang der internationalen Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung des Weltraums zu überprüfen, um entsprechende Programme unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen auszuarbeiten, um die weitere Forschung und Verbreitung von Informationen über Weltraumthemen zu fördern und um juristische Fragen zu untersuchen, die sich aus der Erkundung des Weltraums ergeben.
Anzahl der Mitgliedstaaten im Ausschuß: 61
Der Ausschuß hat zwei ständige Unterausschüsse:
Scientific and Technical Subcommittee (für Wissenschaft und Technik)
Legal Subcommittee (für juristische Fragen)
Der Ausschuß und die beiden Unterausschüsse kommen jährlich zusammen und erörtern Fragen der Generalversammlung, Berichte an den Ausschuß und Fragen der Mitgliedstaaten. Der Ausschuß und die Unterausschüsse arbeiten nach dem Konsensprinzip und sprechen Empfehlungen für die UN-Generalversammlung aus. Ausführliche Informationen über die Arbeit des Ausschusses und seiner beiden Unterausschüsse enthalten die Jahresberichte."
Wer sich ein bißchen damit auskennt, wie bei den UN der Entscheidungsprozeß abläuft, ist sich darüber im Klaren, daß "Arbeiten nach dem Konsensprinzip" in der Realität bedeutet, daß die UN handlungsunfähig sind, weil kein Konsens erreicht wird. Die UN-Abrüstungskonferenz (CD = Conference on Disarmament) in Genf befaßt sich u.a. mit den militärischen Aspekten der Weltraumfahrt. Allerdings ist die Abrüstungskonferenz schon seit drei Jahren gelähmt, weil einige Länder die ganze Konferenz als Geisel nehmen, um ein anderes Land bei einem ganz anderen Thema zu einem bestimmten Abstimmungsverhalten zu zwingen...
Im Internet findet sich der folgende Abriß der Geschichte des UNCOPUOS:
"Geschichte des UNCOPUOS
1958, kurz nach dem Start des ersten künstlichen Satelliten, beschloß die UN-Generalversammlung, einen ad hoc- Ausschuß für die friedliche Nutzung des Weltraums einzurichten. Dem Ausschuß sollten 18 Mitglieder angehören und sich den folgenden Themen widmen:
Praktische Vorschläge für die internationale Zusammenarbeit betrafen u.a. der Austausch von Informationen über die Weltraumforschung, die Koordination nationaler Weltraumforschungsprogramme und die Unterstützung bei der Umsetzung solcher Programme (Resolution 1348(XIII)).
1959 richtete die UN-Generalversammlung den Ausschuß als ständiges Organ der UN ein und bestätigte sein Mandat in der Resolution 1472(XIV). 1961 forderte die Generalversammlung in Anbetracht der Tatsache, daß die Vereinten Nationen bei der internationalen Zusammenarbeit für die friedliche Erforschung und Nutzung des Weltraums ein Kristallisationspunkt sein sollten, den Ausschuß auf, zusammen mit dem Generalsekretär und unter voller Nutzung der Funktionen und Ressourcen des Sekretariats die folgenden Aufgaben wahrzunehmen:
Die Resolution forderte außerdem den Generalsekretär auf, ein öffentliches Verzeichnis von Weltraumstarts zu führen, in dem die Informationen der Staaten zusammengeführt werden, die Objekte in die Erdumlaufbahn oder in den tiefen Weltraum starten (Resolution 1721(XVI).
Diese Aufgabenbereiche bilden bis heute den Rahmen für die Aktivitäten des Ausschusses zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung und Erforschung des Weltraums.
1959 gehörten dem Ausschuß 24 Mitglieder an. Inzwischen sind es 61 - damit ist er einer der größten Ausschüsse der Vereinten Nationen. Außerdem haben eine Reihe internationaler Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen Beobachterstatus beim UNCOPUOS und seinen Unterausschüssen."
Ausführliche Informationen über die 41. Sitzungsperiode (1998) des UNCOPUOS finden sich im Internet unter http://www.un.or.at/OOSA/copuos/conf41.htm. Allerdings sind die Internet-Informationen nicht immer auf dem aktuellsten Stand.
Prinzipien für die Nutzung von nuklearen Energiequellen im Weltraum
Im Jahr 1992 hat der UNCOPUOS die "Principles Relevant to the Use of Nuclear Power Sources in Outer Space" verabschiedet. Einige Auszüge aus den Prinzipien:
"Prinzip 3: Um die Menge an radioaktivem Material im Weltraum und die damit verbundenen Risiken zu minimieren, soll die Nutzung von nuklearen Energiequellen im Weltraum auf die Missionen beschränkt werden, die nicht mit einem vernünftigen Aufwand mit anderen Energiequellen betrieben werden können.
Die Konstruktion und Nutzung soll außerdem mit hoher Zuverlässigkeit eine Verunreinigung des Weltraums mit Nuklearmaterialen verhindern. ...
Inoffizielle Übersetzung der UNCOPUOS-Texte durch Regina Hagen.